Die Salztherme Lüneburg

Ein Beitrag von Patricia Nörenberg, Laura Thiessen

Schwimmen im Reichtum Lüneburgs

Wer die Salztherme Lüneburg („das SaLü“) besucht, wird selbst Teil der jahrhundertelangen Erfolgsgeschichte des Lüneburger Soleabbaus. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt ist ein Besuch des Erlebnisbads genau das Richtige. Hier bekommt man eine wunderbare Möglichkeit, die müden Füße zu entspannen und dem Körper eine ausgedehnte Pause zu gönnen. So kann man die Bedeutung und den Wert des Salzes am eigenen Leib spüren.

Wer sich für den Ursprung und die Geschichte des Salzes in Lüneburg interessiert, ist eingeladen, diese selbst zu erkunden. Nördlich vom SaLü befinden sich die Saline und das Salzmuseum. Im Süden der Salztherme grenzen das Kurzentrum und der Kurpark mit dem Gradierwerk an. Alle Punkte sind schnell und einfach zu Fuß zu erreichen. Bei einem kleinen Spaziergang können Erholung und historische Entdeckungen verbunden werden.

Auf den Spuren des Salzes – Die Saline und das Brunnenhaus

Die Straßennamen „Hinter der Saline“, „Sülfmeisterstraße“ und „Sülztorstraße“ geben einen Hinweis darauf, an welcher Stelle seit jeher in Lüneburg das Salz gewonnen wird. In dieser Gegend befinden sich die Saline und das Salzmuseum.

In nördlicher Richtung der Saline Lüneburg steht ein kleines Brunnenhaus. Der Eingang des Bauwerks ist verziert mit dem Bergmannsgruß „Glück auf!“. Dieser ist auf die Zuordnung der Lüneburger Saline zum Berg- und Hüttenwesen zurückzuführen. In der Vergangenheit wur-den die Salzquellen in Stollen aufgesucht und schließlich zur Schöpfstelle geleitet. Unter dem Brunnenhäuschen befindet sich der sogenannte Sod (niederdeutsch: Ziehbrunnen). Bis 1569 schöpften die Salinenarbeiter hier die Sole mit einem Eimer heraus. Dann ersetzte eine Pumpe den Ziehbrunnen, bis im Jahre 1782 ein mechanisches Pumpwerk an dessen Stelle trat und mit einem Wasserrad der Ratsmühle angetrieben wurde.

  • Brunnenhaus © Deutsches Salzmuseum
    Brunnenhaus © Deutsches Salzmuseum

Das Brunnenhäuschen der Lüneburger Saline wurde um 1830 nach einem Entwurf des Salinen- und Klosterbauinspektors Friedrich Laves erbaut. Zuvor diente ein anderes Brunnen-haus, auch Kümmecke genannt, dem Schutz des darunterliegenden Brunnenschachtes. Im Zuge einer Neufassung des Brunnens wurde der Kümmecke jedoch um 1830 abgerissen und durch das bis heute zu betrachtende Brunnenhäuschen ersetzt. Das kleine Gebäude wurde im klassizistischen Stil entworfen und steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Von diesem Standpunkt aus wird die Sole heutzutage in sehr geringen Mengen in das SaLü geleitet und dessen Besuchern ein Bad im Reichtum Lüneburgs ermöglicht. Der Sülztorstraße in Richtung Süden folgend, gelangt man in wenigen Minuten zur Salztherme Lüneburg.

Das SaLü

Baden, Saunieren, Entspannen

Für den Besuch der Salztherme lohnt es sich, einen kompletten Tag einzuplanen, denn die Angebote der Bade- und Saunawelt und des Wellnessbereichs machen einen mehrstündigen Aufenthalt im SaLü zum Vergnügen. Der Badebereich besticht vor allem durch seine Solebecken, für die das Salz aus der Quelle im Untergrund genutzt wird.

Wer Lust auf das Gefühl eines Bades im Meer hat, sollte sich den Wellengang im Solewellenbad nicht entgehen lassen: Im halbstündigen Rhythmus wird hier für kurzweiligen „Seegang“ gesorgt, der Alt und Jung pures Vergnügen bereitet. In der Zwischenzeit lässt es sich im Soleentspannungsbecken bei leiser klassischer Unterwassermusik aushalten, um Körper und Seele perfekt auszuruhen. Bei Schnee und eisiger Kälte im Winter dient außerdem das 32°C warme Außenbecken als Wärmequelle. Bei Sonnenschein hingegen bietet es mit seiner bequemen Liegemulde im hinteren Abschnitt eine hervorragende Möglichkeit, dem Teint eine gesunde Farbe zu verleihen.
Zum Schwimmen bekommt man hier ebenfalls Gelegenheit: Im Strömungskanal sorgt ein kräftiger Antrieb für zügiges Vorankommen und nicht nur die Kleinen fühlen sich dazu aufgefordert, ihre Kräfte mit denen der Strömung zu messen… Wasserfontänen und Geysire runden das Badeerlebnis im Freien ab und massieren die vom Alltag gestressten Muskeln im Schulter- und Brustbereich.

  • Innenbereich © Salztherme Lüneburg
    Innenbereich © Salztherme Lüneburg

Zwei Saunabereiche mit insgesamt 1200 Quadratmetern bieten ein Dampfbad, finnische Saunen, eine Kaminsauna, Salzaufgüsse und weitere wärmende Entspannungsmöglichkeiten. Im Wellnessbereich helfen Massagen und kosmetische Angebote durch geschulte Fachkräfte für weiteres Wohlbefinden. Ein Bad im Floatarium mit unverdünnter Lüneburger Sole von 26 bis 27 Prozent hilft als weiteres Angebot, den Alltag zu vergessen. Der Gast hat hier die Möglichkeit, wie im Toten Meer auf dem Wasser zu schweben und bei himmlischer Ruhe den Sternenhimmel zu genießen, der in das Dach der Muschel integriert ist.

Bei so viel Vergnügen und Entspannung braucht der Körper auch wichtige Energie. Für diesen Zweck lassen sich auf den 8.300 Quadratmetern der Salztherme drei verschiedene Bistros finden, die warme und kalte Snacks sowie eine Auswahl an Softdrinks, Cocktails und Kaffeespezialitäten bieten.

Fit werden und bleiben mit dem SaLü

Neben den vielfältigen Erlebnis- und Wellnessangeboten bietet die Salztherme Lüneburg eine breite Auswahl von Kursen für die Großen und Kleinen an. Dafür werden die Vorteile der Lüneburger Sole zum Beispiel für gelenkschonende Sportübungen genutzt und die Süßwasserbecken schonen die Haut der ganz kleinen Kursteilnehmer.

Das SaLü teilt sich mit dem im Gebäude ansässigen Reha-Zentrum ein Therapiebecken. Es wird sowohl zur Therapie genutzt, etwa nach Brustoperationen, als auch für Frauen- und Seniorenschwimmkurse. Im Soleentspannungsbecken hilft ein Salzgehalt von vier Prozent bei der Ausübung der Wassersportkurse. Bewegungen werden um ein Vielfaches leichter und der Schwebeeffekt ermöglicht Sportübungen, die für manche Menschen „an Land“ nicht ausführbar wären. Die kleineren Becken des Erlebnisbades sind mit Süßwasser gefüllt. Hierzu gehören das Erlebnis- und Kinderplanschbecken sowie der Hot Whirlpool im Innenbereich. Dort werden unter anderem Babyschwimmkurse durchgeführt.

Die Salztherme Lüneburg bietet mit ihrem reichhaltigen Erlebnis- und Entspannungsangebot eine große Auswahl an Freizeitangeboten. Dabei verstehen es die Betreiber, den gesundheitlichen Aspekt für Jung und Alt nicht aus den Augen zu verlieren. Es findet sich etwas für jeden Geschmack, für alltagsgestresste Berufstätige, rüstige Senioren und bewegungsfreudige Jungen und Mädchen.

Die Finanzierung – Alles eine Frage des Salzes?

Der Betrieb von Schwimm- und Erlebnisbädern gestaltet sich heutzutage weiterhin als teurer Spaß. Die Salztherme Lüneburg hat enorme Energiekosten. Das Freibad Hagen gehört ebenfalls zur Kurmittel GmbH Lüneburg und verursacht insbesondere hohe Kosten, wenn das Wetter im Sommer zu kalt oder regnerisch ist. Dennoch rentiert sich der Badebetrieb, denn die Salztherme selbst verzeichnet stetig steigende Besucherzahlen. Die Zuschüsse der Stadt wurden vor ein paar Jahren gestrichen, das SaLü schreibt trotzdem schwarze Zahlen. Da die Therme teils eine GmbH und teils eine Tochtergesellschaft der Stadt ist, investiert die Stadt weiterhin in Renovierungen und Erneuerungen des Erlebnisbads.

Die wirtschaftliche Situation der Salztherme hängt von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen ab und konkurriert um die Besucher mit anderen Freizeiteinrichtungen. Laut SaLü Marketing ergab eine Umfrage vor wenigen Jahren, dass sich die Therme bei 90 % der regionalen Bewohner großer Bekanntheit erfreut.

Südlich an die Salztherme grenzt der Kurpark, der für freie Atemwege und Naherholung sorgt.

Die Technik – Auch Spaßbäder haben ihre „Unterwelt“!

Bei all dem Vergnügen, das die Salztherme Lüneburg bereitet, rücken die hochinteressanten technischen Aspekte des Badebetriebes in den Hintergrund. Dort wird das sprichwörtliche „Salz in der Suppe“ hinzugefügt, das den Genuss des Erlebnisbads erst möglich macht.

Allein die Kabel, die für die Technik benötigt werden, umfassen insgesamt eine Länge von 200 Kilometern. Ungefähr dieselbe Strecke müsste man für einen Besuch in Flensburg von Lüneburg aus zurücklegen. Damit nicht genug, verfügt jedes der vierzehn Becken der Salztherme über einen eigenen Wasserkreislauf. Alle funktionieren nach demselben Prinzip, doch bis dorthin werden Wasser und Sole in einem aufwändigen Verfahren aufbereitet: Die vom Salinengelände kommende Sole wird zunächst in einem 20.000 Liter fassenden Zwi-schenbehälter gesammelt, um sodann vom darin enthaltenen Eisen befreit zu werden. Dafür wird der Sole Sauerstoff hinzugefügt. Bei diesem chemischen Vorgang entsteht Eisenoxid, was schließlich Rost erzeugt. Dadurch lässt sich das Eisen besser herausfiltern. Parallel dazu wird die Sole so verdünnt, dass sie zwölf Prozent Salzgehalt aufweist.

Das enteisente Wasser muss nun weiter verdünnt und gereinigt werden, damit die Besucher der Salztherme Lüneburg gut aufgehoben sind. Dazu wird vorerst im Pumpen- und Maschinenraum unter den jeweiligen Becken die Sole mit Frisch- und Schwallwasser zusammenge-führt. Als Schwallwasser bezeichnet der Fachmann das Wasser, das aus den Becken durch die Überlaufrinnen zurückfließt. Mit Hilfe dieses Vorgangs erhält das Salzwasser des Erlebnisbads den jeweils gesetzten Salzgehalt von zwei bis vier Prozent. Natürlich muss das Schwallwasser aus den Becken gereinigt werden. Das funktioniert durch die Haar- und Fasernfänger hinter den Schwallwasserbecken. Sie fungieren als Filter und schützen die leistungsstarken Umwälzpumpen auch vor gröberen Verunreinigungen.

Die Umwälzpumpen dienen dem Zweck, das aufgefangene Rücklaufwasser weiter durch den Kreislauf zu pumpen. Die Haar- und Fasernfänger leisten zwar reinigende Vorarbeit, doch das Wasser muss auch von den restlichen kleinen Schmutzpartikeln befreit werden. Dabei hilft andererseits ein Flockungsmittel, das winzig kleine Hautschüppchen und andere Teilchen auf eine filterbare Größe bringt. Im Anschluss daran wird das Wasser nun über mehrere Schichten Kohle- und Filterkies ge-reinigt. Das im Folgenden hinzugefügte Chlor vernichtet die im Wasser befindlichen Bakterien und Keime.

In vielen Schwimmbädern ist es üblich, dem Wasser gasförmiges Chlor zu Zwecken der Desinfektion beizumengen. Das SaLü hat jedoch mit Hilfe des Salzes die Möglichkeit, Chlor durch das Elektrolyseverfahren herzustellen. Dabei wird das Salz (Natriumchlorid) zu Chlorbleichlauge (Natriumhypochlorid). Sie hat eine ätzende und somit desinfizierende Wirkung. Natürlich ist die Base (Lauge) mit einem pH-Wert von zwölf bis dreizehn in dieser Form un-verträglich für den Menschen. Die Senkung auf eine pH-neutrale Ebene wird deswegen durch die Zugabe eines pH-Senkers erreicht. Eigens zur Kontrolle installierte Messgeräte überwachen die Einhaltung des konstanten pH-Wertes. Nach diesem Vorgang erreicht das Badewasser Trinkwasserqualität und durchläuft im Wärmetauscher die letzte, wärmende Station vor dem Becken. Als Ergebnis genießen die Gäste der Salztherme ein qualitativ hochwertiges Bad im Salzwasser bei angenehmen 28 bis 36 Grad.

Erholung mit Geschichte – Das Kurzentrum und der Kurpark mit Gradierwerk

Das Kurzentrum

See- und Solebäder kamen im 18. und 19. Jahrhundert in Mode, als ihr gesundheitlicher Nutzen wissenschaftlich erwiesen worden war. Viele Salinen erhielten dementsprechend eine Erweiterung in Form einer Heilbadeanstalt. 1814 wurde in Lüneburg ein solches Bad errichtet, das, neben den Salinenarbeitern, auch für die Öffentlichkeit zugänglich war. Dabei handelte es sich um ein kleines Haus mit zwei Badegelegenheiten. Es war aber so stark frequentiert, dass ein baldiger Ausbau der Einrichtung erforderlich wurde.

  • Gradierwerk © Nörenberg / Thiessen
    Gradierwerk © Nörenberg / Thiessen

1820 umfasste die ausgebaute Badeanstalt in der Nähe des heutigen Kurparks zwölf Bäder sowie eine Bademeisterwohnung. Zwar stellte die Inbetriebnahme des Badehauses einen großen Fortschritt dar für Lüneburgs Entwicklung zum Sole- und Moorheilbad, doch die Besucher blieben fern und das Unternehmen geriet in Geldnöte. Die Provinzregierung musste finanzielle Unterstützung leisten. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es den Betreibern durch die Anlage von Kurpark und -bad, die Besucherzahlen gewinnbringend nach oben zu treiben.

Zwischen den Jahren 1907 bis 1910 sorgte der damalige Salinendirektor, gleichzeitig Verant-wortlicher des Kurbetriebs, für die Errichtung eines größeren Badehauses im Zentrum des Kurparks. Dieser grenzt heute an die Salztherme Lüneburg und steht mitsamt den darin erbauten Gebäuden unter Denkmalschutz. 1907 angelegt, umfasst er 23 Hektar Gesamtfläche.

Das Badehaus, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts so viele Gäste anlockte, hatte 1973 aus-gedient und wurde vom damals neu erbauten Kurzentrum abgelöst. Mit dem 1972 errichteten Hallenbad und der Sauna wurden die Angebote für das leibliche Wohl somit erweitert. Neben medizinischen Sole- und Moorbädern fanden sich dort zusätzlich das Solebewegungs- und Wellenbad, so wie sie auch heute noch im SaLü modernisiert erhalten und nutzbar sind. Die zahlreichen Angebote zur Gesundheitspflege bescherten der Stadt Lüneburg im Jahr 1976 eine Anerkennung als Sole- und Moorheilbad, die jedoch der städtischen Entwicklung nicht standhalten konnte.

Der Titel „Sole- und Moorheilbad“ galt genaugenommen lediglich für den Kurpark und das Kurzentrum. Da um diese Anlagen aber zwei Hauptverkehrsstraßen gebaut wurden, lag die mittlere Feinstaubbelastung dort Ende der 1980er Jahre über den Grenzwerten, die einen Luftkurort definieren. Somit büßte die Stadt den offiziellen Titel eines Kurorts Anfang der 1990er Jahre ein.

Das Gradierwerk

Seit 1910 findet sich im Kurpark ein Gradierwerk, dessen salzhaltige Umgebungsluft eine Wohltat für Haut und Lunge ist. Es wurde im Park errichtet, um eine weitere Methode der Gesundheitspflege anzubieten.

Ursprünglich nutzte man die Konstruktionen aus Holz und Schwarzdornen zur Konzentrationserhöhung der Sole ohne Heizmaterial: Beim Herabrieseln der Sole verdunstet ein Teil des Wassers und der Konzentrationsgrad des Salzes steigt. Da die Lüneburger Sole jedoch über den maximalen Salzgehalt von 27 Prozent bereits verfügt, dient das Gradierwerk im Lüne-burger Kurpark lediglich der Inhalation des Salzaerosols, das bei der Verdunstung entsteht. Sein Nutzen ist somit rein gesundheitlicher Art, es wirkt in den Bronchien antibakteriell. Das Gradierwerk ist frei zugänglich, sodass Besucher die kostenlose Möglichkeit haben, den einen oder anderen Tropfen „Weißes Gold“ zu probieren.

Zur Geschichte des Salzes in Lüneburg

Lüneburg war mehrere Jahrhunderte lang einer der bedeutendsten Salinenstandorte Europas. Besonders in Nord- und Nordosteuropa dominierte das Salz aus Lüneburg den Handel. Die Saline zählte lange Zeit als einer der europaweit größten Industriebetriebe. Sie wurde erstmals 956 in einer Urkunde von Otto dem Großen erwähnt.

Das Lüneburger Salz erhielt seine Bedeutung vermutlich durch zwei Besonderheiten: Erstens galt es als besonders rein und schmackhaft, zweitens führte die hochkonzentrierte Sole zu einem großen Siedeertrag. Im Jahr 1269 ließ der damalige Herzog Johann von Braunschweig-Lüneburg die Neue Sülze als Konkurrenz zur Alten Sülze anlegen, verkaufte sie jedoch einige Jahre später an die Sülzbegüterten, denen nun beide Quellen gehörten. Damit erwarben sie den Anspruch darauf, dass keine weiteren Salinen im Land existieren würden. Durch den zunehmenden Reichtum gelangte die Stadt Lüneburg außerdem zu politischer Macht.

Die Blütezeit des Salzabbaus erlebte Lüneburg im 15. und 16. Jahrhundert. Damals dehnten sich die Absatzgebiete bis in die Niederlande, nach Skandinavien und auf das heutige Gebiet Russlands aus. Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Salzgewinnung waren die so genannten Sülfmeister. Sie überwachten die Arbeit in den Siedehäusern. Um 1480 gab es 44 davon, darunter drei Witwen. Im Mittelalter besaß die Saline 54 Siedehäuser. Doch die Lüneburger Sülfmeister hatten zunächst keine Übersicht über den Fernhandel und der End-verkauf in weiter entfernt liegende Gebiete erfolgte meist über Dritte. Erst im 17. Jahrhundert entstand eine aktive Verkaufspolitik, die dem Salzkontor unterstand. Als Ziel galt, den Absatz in weiteren Märkten zu fördern. Zu dieser Zeit befand sich die Lüneburger Salzproduktion jedoch bereits im Niedergang, der erst Ende des 18. Jahrhunderts durch den Umbau der Salzmanufaktur in eine Fabrik gestoppt werden konnte.

Im 20. Jahrhundert ließ sich mit der Salzgewinnung kein Gewinn mehr erzielen, da die Produktionskosten zu hoch geworden waren, während anderswo weitaus leistungsfähigere Salzwerke existierten. 1980 wurde der Salinenbetrieb letztlich aufgegeben.

Mit dem Kurzentrum und später der Salztherme Lüneburg wurde ein gesundheitsdienlicher Weg gefunden, die kostbare Sole aus dem Untergrund nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

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