Alpakas in der Heide

Ein Beitrag von Max Sellmer und Nora Klutzny

Für jede Gelegenheit der passende Ausflug:
Devil’s Stone Alpacas in der Lüneburger Heide

Ruhe, Entspannung und ganz viel frische Luft: Ein Tag voller Naturerlebnisse mit südamerikanischen Vierbeinern direkt in der Lüneburger Heide lässt den Alltags-stress vergessen. Eine unvergessliche Erfahrung auf der Alpakafarm für Groß und Klein.

Wer das verträumte Lüneburg und die berühmte umliegende Heide besucht, der dürfte sich auf norddeutschen Flair, mittelalterliche Backsteinbauten und eine Jahrhunderte schwere Geschichte rund um Salz und die Hanse eigestellt haben. Etwas abseits der kopfsteinpflasternen Straßen der Altstadt können interessierte Besucher jedoch unerwartete südamerikanische Einflüsse entdecken. Im nahegelegenen Lüneburger Stadtteil Häcklingen haben nämlich unter der Obhut der ehemaligen Bankkauffrau Astrid Heidenreich einige exotische Vierbeiner eine neue Heimat gefunden: Die Alpakas.

Auf ihrer Farm Devil’s Stone Alpacas bietet Frau Heidenreich seit Januar 2013 ein vielfältiges Angebot um und mit den gutmütigen Tieren an. Wer etwas Zeit mitbringt, kann das Lüneburger Umland auf ganz einzigartige Weise bei einer Alpaka-Wanderung kennen lernen oder sich mit einer Vielzahl von Alpaka-Produkten an einem Entschleunigungstag verwöhnen lassen. Es besteht ein reiches Angebot an Artikeln, die aus der einzigartigen Faser der Alpaka-Wolle gefertigt werden, die nicht umsonst auch das Vlies der Götter genannt wird.

  • Alpakas in Lüneburg © Sellmer/Klutzny
    Alpakas in Lüneburg © Sellmer/Klutzny

Alpakas in Lüneburg?

Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende Kamelart, die vorwiegend aufgrund ihrer besonderen Wolle gezüchtet und gehalten wird. Obwohl die Tiere in den Anden auf einer Höhe von etwa 4500 m. leben, fühlen sich die treuen Tiere auch im Lüneburger Klima sehr wohl. Man könnte dem Trugschluss verfallen, das südamerikanische Klima sei deutlich wärmer als  die norddeutschen Witterungsbedingungen – tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall: Für die Alpakas wird es gerade in den Sommermonaten in der Heide zu warm unter ihrer dichten Wolle, weshalb sie hierzulande jeden Sommer geschoren werden müssen. Zum Vergleich: In Südamerika werden die Alpakas nur etwa alle zwei Jahre um ihre wertvolle Haarpracht erleichtert.

Häufig werden Alpakas mit den artverwandten Lamas verwechselt, diese sind jedoch deutlich größer und bringen etwa 100 kg mehr auf die Waage. Die Lamas wurden bei den Inkas für schwere Lastentransporte gezüchtet, während die Alpakas ihre feinen Wollfaser wegen gehalten wurden. Was beide Tiere miteinander gemeinsam haben ist die Eigenart des Spuckens. Die Alpakas setzen diese Gebärde jedoch nur untereinander ein, wenn sie sich um Futter streiten – also keine Angst!

 Die Alpakafarm – ein tierisches Erlebnis

Unter der Obhut von Astrid Heidenreich leben mittlerweile 42 Alpakas auf der Farm Devil’s Stone Alpacas. Die Farm liegt nicht weit von der Lüneburger Innenstadt entfernt und ist sowohl mit dem Bus als auch mit dem Fahrrad in wenigen Minuten zu erreichen. Umgeben von leichten Wäldern und Wiesen hat sich Frau Heidenreich hier einen Lebenstraum erfüllt: Der ehemaligen Bank-kauffrau, die gebürtig aus Halle an der Saale stammt, wurde der Arbeitsalltag rund um Zahlen und Rechnungen zu trist, weshalb sie den Entschluss fasste, sich neu zu orientieren. In Brandenburg kaufte sie die ersten Tiere und bezog schon bald ihr neues Zuhause in der Lüneburger Heide.

Normalerweise sind die sonst wild lebenden Alpakas recht scheu, auf der Farm von Frau Heidenreich sind diese den Umgang mit Menschen jedoch gewöhnt und begrüßen Besucher mit neugierigen Blicken.

Alpakawolle

Die Faser am Körper der Alpakas ist von innen hohl, weshalb die Tiere ihre Körperwärme sehr gut speichern können. Hierdurch entsteht ein Thermoskanneneffekt, was Kleidung aus Alpakawolle sehr begehrt macht, da sie besonders warm hält. Alpakawolle hält sogar bis zu siebenmal wärmer als Schafwolle! Wegen ihrer besonderen Eigenschaften wurde die Wolle der Alpakas von den Inkas auch das Vlies der Götter genannt, da das Tragen in Teilen Südamerikas sogar nur den Herrschern vorbehalten war. Nur die weiche Bauchwolle lässt sich weiterverarbeiten, da die Fasern an Hals, Hintern und Bein zu kurz sind, um einen faden aus ihnen zu spinnen. Dies ist auch der Grund, weshalb aus einer Alpakaschur nur etwa 500 g bis 1500 g Wolle gewonnen werden kann.

Neben der Herstellung von Kleidung wie Pullovern oder Schals hat die Alpakawolle aber noch andere Verwendungszwecke. Nebst der Verarbeitung zu Filzprodukten können auch die kürzeren Fasern von Hals und Beinen durch spezielle Verfahren zu besonders reichhaltiger Seife verarbeitet werden, die durch das in der Alpakafaser enthaltene Keratin für  eine sehr weiche Haut sorgt.

  • Für Kinder ist die Alpakafarm ein besonders großer Spaß © Sellmer/Klutzny
    Für Kinder ist die Alpakafarm ein besonders großer Spaß © Sellmer/Klutzny

Angebote mit Alpakas

Auf der Alpakafarm gibt es viel zu entdecken. So kann man nicht nur die Alpakas kennen lernen, sondern auch mit ihnen seinen Alltag entschleunigen, durch nahegelegene Felder spazieren oder auch längere Wanderungen mit ihnen machen. Auch für kleine Gäste gibt es eine Menge zu erleben. So können auf der Farm Kindergeburtstage stattfinden, wo die Kinder die Tiere kennenlernen, eine Menge über Alpakas erfahren und selber mit Wolle und Filz basteln können. Frau Heidenreich bietet eine bunte Palette an Aktivitäten an, die das Wesen der Alpakas vermitteln und den Stress des Alltages vergessen lassen.

Das ruhige Wesen der Alpakas färbt auf die Besucher ab und wer eine ganz besondere Entspannung sucht, kann sich mit Aloeverasäften und gemütlichen Decken bei einem Entschleunigungstag auf der Farm verwöhnen lassen.

 Allgemeine Daten

Die Alpakafarm befindet sich im Ortsteil Häcklingen am Embser Kirchweg. Bei der Anreise mit dem Bus ist die Haltestelle Am Wischfeld am nahegelegensten. Mit dem PKW kann ebenfalls der große Parkplatz Am Wischfeld genutzt werden, von dem es ebenfalls nur noch ca. 400 m bis zur Farm sind. Neben monatlichen offenen Koppel-Nachmittagen von 14-16 Uhr können persönliche Termine, Entschleunigungstage sowie Kindergeburtstage telefonisch vereinbart werden. Weitere Angebote und Öffnungszeiten können der offiziellen Website der Devil’s Stone Alpacas entnommen werden.

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