Das Scala-Programmkino

Ein Beitrag von Joanne Bramwell und Janina Stengel

Das Scala-Programmkino – Spannende Filmperlen und alter Kinocharme

Es gibt hier eben keinen Popcorn-Blockbuster, den man einfach so wegkonsumiert.“
(David Sprinz)

Kino – das ist das Zurücksinken in einen gemütlichen Sessel in einem dunklen Saal, während sich vorne auf der Leinwand dramatische Szenen abspielen, knallige Action den Puls höher treibt oder Liebende einander seufzend in die Arme sinken. Kino ist der Spaß am Zuschauen und Mitfiebern, während süßer Popcorngeruch in der Luft liegt. Kino ist und hat Tradition – auch in Lüneburg. Hier stellt das Scala-Programmkino eine feste Größe dar. Es wurde in den 50er Jahren gegründet und begeistert mit seinem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm Cineasten, Kinoliebhaber und Familien gleichermaßen. Das Kino fasziniert mit seiner einzigartigen Renaissance-Architektur und Filmen fernab vom Mainstream, die den Charme des alten Kinos ausmachen.

Heutige Nutzung des Scala-Programmkinos und Programm

Programm

Auch Programmkinos unterliegen Trends und sind darauf angewiesen, die Filme zu spielen, die angeboten werden. Trotzdem betonen zwei der Inhaber des Scala, Elke Rieckert und David Sprinz, im Interview, dass das Ziel und die inhaltliche Aufstellung konsequent durchgezogen und nie aus den Augen verloren wurde. Dazu gehören viele deutsche und europäische Produktionen und dementsprechend weniger US-amerikanische Filme. Im Scala werden keine Blockbuster gezeigt, womit es nicht mit konventionellen Kinos in Konkurrenz tritt.
Zum Programm gehören viele Dokumentarfilme sowie Kurzfilme. Jeden Tag läuft ein Film mit Kurzfilm vorweg, welcher alle zwei Wochen wechselt. Weiterhin gibt es ein Kinder- und Jugendprogramm. Täglich werden zwei Kinderfilme vorgeführt, wobei einer davon sich eher an jüngere und der zweite eher an ältere Kinder richtet.
Ein konkretes Profil zu formulieren, fiel den Inhabern aufgrund der Vielfalt der Filme nicht leicht. Die Auswahl verlaufe meist so, dass mindestens eine Person aus dem Team den Film selbst sieht, um ihn einschätzen zu können. Auch wenn er nicht immer den persönlichen Geschmack treffe, müsse er interessant und „einfach etwas Besonderes“ sein. Gerne werden auch kleinere Produktionen unterstützt, die es auf dem Markt etwas schwerer haben.
Eine inhaltliche politische Ausrichtung lässt sich ebenfalls feststellen: Einen Schwerpunkt im Programm stellen Filme zum Thema Kriegsgeschichte und der Aufbereitung der nationalsozialistischen Vergangenheit dar. In Kooperationen mit der Geschichtswerkstatt oder der VVN-BdA („Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“) werden Veranstaltungen organisiert, wie zum Beispiel am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

  • Scala Programmkino © Stengel/Bramwell
    Scala Programmkino © Stengel/Bramwell

Sonderveranstaltungen

Neben dem regulären Programm finden im Scala viele Sonderveranstaltungen statt. Häufig werden dazu Filmgäste wie Regisseure oder Schauspieler eingeladen. Weiterhin entstehen Sonderveranstaltungen oft in Kooperation mit externen Partnern wie Vereinen, Gewerkschaften oder der Universität. Am ersten und dritten Montag im Monat zeigt das Scala im Rahmen der „Sneak Preview“ einen Film Tage oder sogar Wochen vor seinem offiziellen Kinostart. Besonders spannend wird diese Veranstaltung dadurch, dass vorher nicht verraten wird, welcher Film gezeigt wird. Anders als in anderen Kinos gibt es dazu noch ein kleines Beiprogramm in Form einer Verlosung oder eines Quiz. Hinterher bekommen die Gäste Stimmzettel, um den Überraschungsfilm zu bewerten. Daraus wird dann eine Durchschnittsnote errechnet.

Ebenfalls zwei Mal im Monat findet das „KaffeeKino für Seniorinnen und Senioren“ statt. In einem besonderen Rahmen mit Kaffee und reduziertem Eintrittspreis werden Filme aus dem aktuellen Programm gezeigt. Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen zählen unter anderem die Begleitfilme zum Film- und Medienforum Niedersachsen, der Frauentag, der Anti-Kriegs-Tag, die niedersächsische Schulkinowoche sowie das Kurzfilm Festival Hamburg.

Reihen

Das breite Angebot wird regelmäßig durch Sonderreihen ergänzt, in denen an mehreren Tagen zu einem bestimmten Oberthema Filme gezeigt werden.
Zu den jährlich wiederkehrenden Reihen gehören unter anderem die Umwelt-Filmtage. Diese werden von einem Verbund von Einrichtungen wie Umweltverbänden organisiert, die gemeinsam die Filme auswählen und Gäste einladen, Einführungen geben und abschließend Diskussionen leiten. Jedes Jahr gibt es einen bestimmten Schwerpunkt wie zum Beispiel das Thema Mobilität im Jahr 2017.

Finanzierung

Das Scala ist als GmbH ein Wirtschaftsbetrieb, der sich selber tragen muss. Seit vielen Jahren ist das Programmkino Mitglied bei Europa Cinemas, einem Verbund von Kinos in vielen europäischen Ländern. Von dieser europäischen Einrichtung erhält das Scala eine Förderung, die allerdings jährlich differiert und für die auch einiges nachgewiesen werden muss. Dazu gehört beispielsweise, dass mindestens 25 Prozent aller Vorstellungen europäisch (nicht national) sein müssen.

Zielgruppe

Die Programmkinostudie der Filmförderungsanstalt aus dem Jahr 2017 analysiert die Kinos sowie das Publikum von Arthouse-Filmen im Vorjahr. Elke Rieckert und David Sprinz bestätigten die Ergebnisse dieser Studie, indem auch sie im Publikum des Scala mehr Frauen als Männer wahrnehmen und den größten Besuchsanteil bei den Menschen im Alter von über 50 Jahren sehen. Dennoch spreche das Scala alle Altersgruppen an. Kleine Kinder würden in die Kinderfilme gehen, Schulklassen können vormittags ausgewählte Filme buchen. Aus dem Profil der Filme, die das Scala zeigt, ergebe sich allerdings, dass die Gruppe der 12- bis 18-Jährigen eher weniger erscheint, weil sie einen anderen Film- und Kinogeschmack habe. „Es gibt hier eben keinen Popcorn-Blockbuster, den man einfach so wegkonsumiert. Die Filme sind mit ein bisschen mehr Reflexion verbunden […]“, so David Sprinz. „Die wollen, flapsig gesagt, ihre Lehrer hier nicht treffen.“ Ab dem Studium würden sie dann aber wiederkommen und die Zielgruppe sei dann bis oben offen.

Kinokultur in Lüneburg und Geschichte des Scala-Programmkinos

Die Geburt des Kinos in Lüneburg

Woher kommt das Kino eigentlich? Der Begriff Kino stammt von dem Wort Kinematographie, eine Apparatur, die Louis Lumière im Jahr 1895 in einem Pariser Café vorführte. Der Apparat vereinte Kamera, Kopiergerät und Projektionsmaschine in sich. Die ersten Filme hatten eine Dauer von nur ein bis zwei Minuten, aber die damit einhergehenden technischen Neuerungen und Möglichkeiten faszinierten die Menschen. In Lüneburg begünstigten neben den technischen Möglichkeiten die große Anzahl an Saalbauten und Versammlungsräumen die Entstehung einer Kinokultur. Lüneburg war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine lebendige Stadt, geprägt von Bällen, Konzerten, Schaustellungen und einer Lust am Ausgehen. Kinoabende stellten eine neue Möglichkeit der Abendgestaltung dar. Ein früher Vorläufer eines solchen Abends war ein Besuch im Kaiser-Panorama, in dem „ein Aufbau zur Projektion von stereoskopischen Dias auf einem Rundhorizont, in dem Bilderserien zu verschiedenen, meist erdkundlichen Themen gezeigt wurden“ . Zusätzlich boten die sogenannten Zelttheater die Möglichkeit, erste Filmvorführungen zu erleben. In diesen temporären Theatern, die häufig in Kombination mit Jahrmärkten die Menschen anlockten, führten reisende Kinematographen kurze Einzeltitel vor. Insgesamt sieben solcher Zelttheater gastierten in Lüneburg.

Ab 1905 etablierten sich neben den reisenden Kinematographen feste Spielstätten, in welchen Filmprogramme gezeigt wurden. In diesem Rahmen begann eine Differenzierung der Programme nach Zielgruppen in Kinder- und Erwachsenenfilme, darunter Filme, zu welchen nur Herren zugelassen waren, da sie erotische Sujets zum Thema hatten.

August Greune: Der Vater des Lüneburger Kinos

Das erste feste Kinematographentheater Lüneburgs eröffnete der ehrgeizige Maschinist August Greune, der die Kinokultur in Lüneburg stark geprägt hat. Mit dem Edison-Theater, das 1907 in der Lünerstraße seine Türen öffnete, erfüllte sich Greune einen Traum. Er war fasziniert von der Macht der bewegten Bilder und wollte diese Faszination teilen. Da das Kino schnell zu klein wurde, baute Greune das Edison-Theater 1909 und später 1926 aus. Der Neubau bot 650 Besuchern Platz und wurde zunächst zu Greuners Lichtspielhaus und Theater, in dem nach einem Brand auch das Theater der Stadt Lüneburg beheimatet war.

1930 musste Greune seinen Traum vom Kino aufgeben, da er die Kosten nicht mehr tragen konnte. Es kam zum Zwangsverkauf und es wurde 1932 unter dem Namen Städtische Schaubühne unter der Leitung von Karl Müller neu eröffnet. Dieser hatte die Direktion des Kinos bis 1964 inne, unterbrochen von der Beschlagnahmung des Kinos durch die britische Besatzungsmacht 1945, die das Kino exklusiv für die britischen Soldaten nutzte. Im Jahr 1964 fand die Städtische Schaubühne ihr Ende: Das Kino wurde wegen maroder Bausubstanz abgerissen.

Das Lüneburger Kino in der Zeit des Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus prägte auch die Lüneburger Kulturlandschaft. Für das Programm der Lüneburger Kinos bedeutete dies einschneidende Veränderungen, da die Kinos von den Gaufilmstellen überwacht wurden. In den Jahren von 1933 bis 1945 gab es in Lüneburg neben dem Edison-Theater, der Städtische Schaubühne, auch das Kino Hansa-Lichtspiele, das 1935 in Union-Lichtspiele umbenannt wurde.
Die Gaufilmstellen unterstanden dem Reichspropagandaminister und hatten „die Überwachung der Lüneburger Lichtspielhäuser und die Verbreitung nationalsozialistischer Filme“ zur Aufgabe. Den Kinobetreibern wurde so direkt vorgeschrieben, welche Filme zu zeigen und bei Erfolg zu verlängern waren. Spielfilme und die Wochenschau wurden gezielt als Propagandamittel genutzt. Üblich waren drei Vorstellungen täglich und Spät- sowie Wochenendvorstellungen. Das Union-Kino war ein Premierenkino und bot auch am Wochenende, zusätzlich zu dem wechselnden Programm, spezielle Filme an. Attraktive Zusatzangebote wie Auftritte von Varieté-Künstlern sollten Zuschauer anlocken und die konkurrierenden Kinos ausstechen.
Nach dem Krieg suchten die Menschen Trost und Ablenkung in den Kinos. Lüneburg erlebte einen „Kinoboom“ , in den 50er Jahren existierten in Lüneburg und Umgebung acht Kinos gleichzeitig.

Kinosterben und die Geburt des Scala-Kinos

In den 60er Jahren kam es durch die Verbreitung privater Fernsehgeräte in ganz Deutschland zu einer „Kinokrise“ , die auch die Lüneburger Lichtspielhäuser betraf. Ein Kinosterben begann. Viele Kinos konnten sich angesichts der großen Konkurrenz nicht mehr halten und mussten aufgegeben werden. Versuche, das Publikum durch aufregende Programme, wie das Zeigen von Soft-Pornografie im Altstadt-Lichtspiel-Kino, scheiterten bei vielen kleinen Kinos.
Das Scala-Kino, welches damals noch Scala-Kinocenter hieß, wurde in den 50er Jahren gegründet und zeichnete sich von Beginn an durch sein anspruchsvolles Programm aus. Ein weiteres größeres Kino, das mit dem Scala-Kino in einem Atemzug genannt werden muss, ist das Union-Theater. Beide wurden von demselben Geschäftsführer, Hans Jürgen Hintze, geleitet. Das Haus, in dem sich das Scala-Programmkino heute befindet, ist ein ehemaliges Patrizierhaus und war vor der Nutzung als Kino ein Gewerkschaftshaus. Ursprünglich gab es nur einen Vorführsaal. Dieser wurde in den 70er Jahren durch einen Umbau um weitere Kinosäle ergänzt. Sowohl das Scala-Kino als auch das Union-Theater unterteilten ihre Innenräume in viele weitere Kinos, wodurch pro Haus mehr Filme gezeigt werden konnten. Im Scala liefen die anspruchsvolleren, interessanteren Filme, während der Rest der von den Verleihfirmen erworbenen Filme im Union-Theater gezeigt wurden. So konnten die beiden Kinos die Kinokrise zunächst überdauern.

Vom Schachtelkino zur festen Größe Lüneburgs

Der Rückgang der Kinobesucher setzte sich in den 80er Jahren fort, bedingt durch technische Errungenschaften wie Videorecorder, die Neuentstehung amerikanischer Multiplex-Kinos und den Rückgang der Geburtenzahlen. Das Union-Theater und das Scala-Kinocenter konnten bis Mai 2000 fortgeführt werden. Durch den Neubau des Kinos Cinestar, dem heutigen Filmpalast, mussten die beiden Kinos unter der damaligen Leitung schließen, da das Multiplex mit der neuesten Technik und den vielfältigen Unterhaltungsmöglichkeiten eine zu große Konkurrenz darstellte.

Die heutige Geschäftsführung des Scala-Programmkinos umfasst Ulla Brenneke, Ruth Rogé, Elke Riekert, Kevin Beck und David Sprinz. Elke Riekert leitete von 1982 bis 1993 das Filmforum der Volkshochschule in Lüneburg und engagierte sich gemeinsam mit Ulla Brenneke in dem Verein Kinowerkstatt, der zu dem damaligen Zeitpunkt hauptsächlich von Studierenden der Universität Lüneburg betrieben wurde. Beide suchten nach Möglichkeiten, das Kinoangebot in Lüneburg auszudehnen. Zunächst standen neben dem Cinestar keine weiteren Spielstätten zur Verfügung, weshalb die beiden mobil spielten, d. h. in unterschiedlichen Räumlichkeiten Filme aufführten.
Im August 2000 gründeten Ulla Brenneke, Ruth Rogée und Elke Riekert das Scala-Programmkino neu. Zunächst bestand das Kino nur aus den drei vorgegebenen Räumen, die ihren Ursprung in den Schachtelkinos der 70er Jahre hatten. In dem Raum, in dem sich heute ein vierter Kinosaal befindet, existierte ein Bistro, das für Lesungen, Konzerte und als Café genutzt wurde. Im Jahr 2002 wurde auch das Bistro in einen Kinosaal umgewandelt.

Seit Beginn folgt das Scala einer anspruchsvollen inhaltlichen Ausrichtung. Ziel war es stets, ein Programmkino zu etablieren, das den Fokus auf europäische und deutsche Produktionen legt und weniger auf amerikanisches Kino. Sonderveranstaltungen, Filmreihen und gemeinsame Arbeiten mit Kooperationspartnern waren und sind von Anfang an eine Leitlinie und Anspruch des Kinos.

Architektur

Aufbau des Kinos

Mit vier Sälen ist das Scala für ein Programmkino überdurchschnittlich groß. Die Inhaber betrachten dies als eine komfortable Situation, da es ihnen ermögliche, eine größere Bandbreite an Filmen zu spielen und mehr Kooperationen und Sonderveranstaltungen einzuplanen, da dafür nicht viele andere Filme ausfallen müssten. Insgesamt fasst das Kino 272 Plätze, wovon sich im größten Saal 104 und im kleinsten Saal 40 Plätze befinden. Für Rollstuhlfahrer ist es barrierefrei, da es einen Fahrstuhl und jeweils einen Rollstuhlplatz pro Saal gibt. Für Blinde und Hörgeschädigte ist es allerdings nicht barrierefrei, da sich dies aktuell aus technischen Gründen nicht umsetzen lässt.

  • Scala Kronleuchter © Stengel/Bramwell
    Scala Kronleuchter © Stengel/Bramwell

Besonderheiten

Kino 3, das kleinste Kino des Scala, wurde im Stil eines gemütlichen Wohnzimmers gestaltet, um den kleinen Charakter hervorzuheben. Darin befinden sich eine Brokattapete sowie ein Kronleuchter. Dennoch ist die Leinwand proportional zum Raum gesehen von allen Kinos am größten, was ihm ein gutes Raumgefühl verleiht. Die größte architektonische Besonderheit stellt die denkmalgeschützte Decke aus der Renaissance im Kino 4 dar. Im 16. Jahrhundert soll sie zu einem kleinen Saal einer Patrizierfamilie gehört haben. Laut dem Lüneburger Stadtarchäologen Dr. Edgar Ring sei es weltweit der einzige Kinosaal mit einer denkmalgeschützten Decke aus der Renaissance.

  • Kinosaal 4 © Stengel/Bramwell
    Kinosaal 4 © Stengel/Bramwell

Open-Air Kino im Kurpark

An zwei langen Wochenenden im Sommer veranstaltet das Scala ein Open-Air Kino im Lüneburger Kurpark. Begonnen hat es bereits 1994 als eine Idee der ‚Kinowerkstatt’ und wurde dann ab dem Jahr 2000 vom Scala weitergeführt. Von Donnerstag bis Samstag werden dort eher breit aufgestellte Filme gezeigt, die sich teilweise vom regulären Programm unterscheiden. Behandelt werden sollen dann wenig schwere Themen, weil sie etwas lockerer und gefälliger sein und ein größeres Publikum ansprechen sollen.

Die Infrastruktur des Kurparks eignet sich für dieses Konzept, da sich dort bereits Toiletten befinden und den ganzen Sommer über Stühle vor einer Konzertmuschel aufgestellt sind. Vor dieser kann dann auch eine Leinwand und ein mobiler Projektor aufgebaut werden. Am Abend draußen zu sitzen und einen Film zu sehen, hat eine besondere Atmosphäre. Bei dieser Veranstaltung spielt das Wetter eine große Rolle. Leider musste das Open-Air Kino 2017 aus diesem Grund ausfallen. Die Jahre, in denen das Wetter mitgespielt hat, waren die Filme allerdings mit teilweise etwa 1400 Leuten sehr gut besucht und die Zuschauer haben sich sogar vor der Leinwand auf den Boden gesetzt. Elke Rieckert erinnert sich an einen Abend im August, an dem sie den Film „Raumschiff Orion“ gezeigt haben und dabei viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen waren. Auch sei die Atmosphäre besonders schön gewesen, als es während der Vorstellung leicht zu nieseln begonnen hatte.

Kino- und Filmszene in Lüneburg: Die Sonderrolle des Scala

Das Scala-Programmkino hat sich als feste Größe für alternative und anspruchsvolle Filme etabliert. Für sein vielfältiges Filmprogramm wurde und wird das Kino häufig ausgezeichnet. Ein Preis, den das Scala immer wieder für sich gewinnen kann, ist zum einen der Kinoprogrammpreis Niedersachen Bremen. Dieser prämiert Kinos mit einem ausgezeichneten Kinoprogramm, die zur Diversität der Kino- und Programmkultur beitragen. Zum anderen wurde das Scala mit dem Kinoprogrammpreis der Bundesregierung als eines der besten zehn Programmkinos in Deutschland ausgezeichnet.
Darüber hinaus ist das Scala Mitglied bei dem Kinoverband Arbeitsgemeinschaft Kino, dem Verein Gilde deutscher Filmkunsttheater, dem Kinonetzwerk Europa Cinemas und dem CICAE (Confédération Internationale des Cinémas D’Art et D’Essai), deren Ziel es ist, die kulturelle Vielfalt in Filmtheatern zu unterstützen.

Neben dem Scala-Programmkino bietet der Filmpalast Kinoliebhabern ein vielfältiges Filmprogramm zur Auswahl. Fans von großen Blockbusterfilmen und ‚Popcornkino’ kommen hier auf ihre Kosten. Darüber hinaus zeigen Studierende der Leuphana Universität Lüneburg regelmäßig ausgewählte Filme im Universitäts-Kino, einen bunten Mix aus Oscar-Gewinnern und kleineren Independentfilmen zu günstigen Preisen. Mittlerweile hat sich auch eine kleine Filmszene in Lüneburg aufgebaut. In Lüneburg können Filme nicht nur angeschaut werden, hier werden auch Filme und Fernsehen gemacht. Seit 2016 gibt es das Kurzfilmfestival Im Kasten, das sich an junge Lüneburger Nachwuchsfilmemacher (Schüler und Studierende) richtet. Darüber hinaus hat die Firma Chaussee Filmton ihren Sitz in Lüneburg, die Sprach- und Geräuschsynchronisation sowie Sounddesign für Filmproduktionen, Dokumentationen und Werbung gestaltet.

Lüneburg ist ein beliebter Drehort für Fernsehproduktionen. So hat die erfolgreiche Fernsehserie Rote Rosen ihren Schauplatz in Lüneburg und lockt regelmäßig begeisterte Zuschauer in die historische Altstadt, in deren Kern sich auch das Scala-Programmkino befindet.

© Open Street Map

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